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Aktuell

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WILD, das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands, wurde im Herbst 2000 vom Deutschen Jagdschutz-Verband ins Leben gerufen. Ziel dieses langfristigen Projektes ist die bundesweite Erfassung ausgewählter Wildtierarten mit wissenschaftlichen Methoden, um künftig über abgesichertes Datenmaterial zu verfügen.

Aus den ermittelten Bestandsdichten und Bestandentwicklungen, die unter Berücksichtigung unterschiedlicher Umweltfaktoren (u. a. Witterung, Einfluss von Räubern) aufgearbeitet werden, sollen Konzepte für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Wildtierpopulationen entwickelt werden.

Der WILD-Bericht 2010 ist da!

Meister Lampe fühlt sich wohl in Deutschland

Stabile Bestände wissenschaftlich bestätigt: etwa 4 Millionen Feldhasen

Volkszählung beim Feldhasen im Herbst 2010: Durchschnittlich 13 (wissenschaftlich korrekt: 12,7) Feldhasen pro Quadratkilometer erspähten Jäger und Wissenschaftler bei ihren nächtlichen Scheinwerferzählungen auf Deutschlands Feldern und Wiesen – ein Tier mehr pro Quadratkilometer als im Herbst zuvor. Vorsichtige Hochrechnungen ergeben: Mindestens 4 Millionen Feldhasen leben in Deutschland.

Grundlage für diese Ergebnisse sind Zählungen in bundesweit über 450 Referenzgebieten für das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD).

Besonders beliebt beim Feldhasen ist das Nordwestdeutsche Tiefland, ergaben die WILD-Zählungen. Allein in Nordrhein-Westfalen – dem Hasenland Nummer 1 – lebten im Herbst 2010 auf einem Quadratkilometer 32 Tiere. Im Nordostdeutschen Tiefland (5 Tiere pro Quadratkilometer) und in den östlichen Mittelgebirgen (7 Tiere pro Quadratkilometer) tummelten sich deutlich weniger Langohren. Die Besätze nehmen aber dort leicht zu, wie Thüringen zeigt (von 6 auf 7 Hasen pro Quadratkilometer).

Unter der Regie von Wissenschaftlern der Universität Trier, der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde erfassen speziell geschulte Jäger den Feldhasen im Frühjahr und Herbst. Lepus europaeus – wie Zoologen ihn nennen – wird dabei wissenschaftlich korrekt in der Dunkelheit gezählt, indem mit Scheinwerfern aus dem fahrenden Auto die Felder – entlang festgelegter Strecken – abgesucht werden.

Flächendeckende Einschätzung 2011

Im Frühjahr 2011 ist es wieder soweit: Im Rahmen des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD) führen der DJV und die Landesjagdverbände zum dritten Mal nach 2006 und 2009 gemeinsam eine Flächendeckende Erfassung (FE) von zwölf Wildarten durch. Ziel ist es, möglichst umfassende Kenntnisse über die Verbreitungsgebiete, die Populationsdichten sowie die Jagdstrecken ausgewählter Wildarten in Deutschland zu erlangen. Mit den Daten liefert die Jägerschaft einen wichtigen Beitrag zur Einschätzung der Biologischen Vielfalt in Deutschland und trägt zur Nachhaltigkeit der Jagd bei.

„Alle Revierinhaber sind hiermit zur Mitarbeit aufgerufen. Die örtlichen Jäger sind durch ihre Orts- und Artenkenntnis prädestiniert dazu, diese Erhebungen durchzuführen“, sagte DJV-Präsident Jochen Borchert. Sowohl im Jahr 2009 als auch 2006 beteiligten sich fast 50 Prozent aller Jagdbezirke an der Erfassung. Damit ist die FE ein bedeutendes Monitoring-Programm für Wildtiere in Deutschland.

Im Jahr 2011 wird die Abfrage der klassischen Niederwildarten Wildkaninchen (Vorkommen, Jagdstrecke) und Rebhuhn (Paarbesatz, Jagdstrecke) um den Fasan (Vorkommen, Anzahl balzender Hähne, Jagdstrecke, Aussetzung) erweitert, der zuletzt durch Besatzeinbrüche im Nordwestdeutschen-Tiefland in den Fokus der Jägerschaft gerückt war. Waschbär und Marderhund (Vorkommen, Jagdstrecke) werden erneut abgefragt. Auch Biber, Kolkrabe und Wildkatze sind nach 2006 wiederholt dabei. Die Abfragen gehen dabei mehr ins Detail als noch vor fünf Jahren, um Vorkommenshin- und nachweise noch besser zu unterscheiden. Zudem sollen Ausbreitungstendenzen der Arten überprüft werden.

Einen besonderen Schwerpunkt bei der Erfassung 2011 bilden Baum- und Steinmarder, Iltis sowie Mink. Derzeit liegen nur unzureichend verlässliche Daten zu den Vorkommen dieser Arten vor. Vorkommensnachweise sind aus naturschutzfachlicher Sicht unbedingt erforderlich, dabei sollen Fragen zur Fallenjagd die Angaben konkretisieren.

Die Erfassungsbögen werden je nach Bundesland auf Grund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen auf verschiedenen Wegen an die Jagdpächter verteilt.

Übersichtskarte Wildkatze: Vorkommen FE 2006 und Aktionsplan 2009
Höhere Auflösungen können bei der Pressestelle des DJV angefordert werden: E-Mail: pressestelle@jagdschutzverband.de

(August 2010) Herausragende Ergebnisse der flächendeckenden Erfassung 2009 – Eingeschleppt und eingewandert: Tierische Neubürger auf dem Vormarsch

Marderhund, Waschbär und Nilgans: Exotische Arten erobern dank Klimawandel und menschlichen Einflüssen immer größere Areale in Deutschland. Die Graugans, ehemals überwiegend ein Wintergast, brütet jetzt verstärkt in heimischen Gefilden. Dies sind erste Ergebnisse der zweiten Flächendeckenden Einschätzung von 11 Tierarten im Rahmen des Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD), die vorab vorliegen. Der vollständige Bericht erscheint Mitte September 2010. Für das vom Deutschen Jagdschutzverband (DJV) initiierte Monitoringprojekt WILD haben Jäger im Jahr 2009 in rund 26.600 Revieren (50 Prozent der land- und forstwirtschaftlich nutzbaren Fläche Deutschlands) Daten erhoben, die wissenschaftlich ausgewertet wurden. Diese bundesweit einzigartige Erfassung von Wildarten wurde nach 2006 zum zweiten Mal durchgeführt.

Marderhund

Waschbär

Nilgans

Graugans - Klimawandel und Nährstoffeinträge: Graugans als Brutvogel etabliert



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